Bert Simon unterbricht Projekt aus privaten Gründen. Sämtliche Termine sind abgesagt.
Mitteilung 28.08.2008: Am 24. August 2008 wurden im Mont Blanc Massiv gegen drei Uhr morgens acht erfahrene Bergsteiger beim Aufstieg von einem Eisschlag in die Tiefe gerissen. Bert Simon trauert um Tobias Burkart und dessen Partnerin. Er hat darum gebeten, die Pressegespräche der nächsten Tage nicht durchführen zu müssen. Er bittet für die verursachten Mühen um Entschuldigung.
Mitteilung 29.08.2008: Ich habe Tobias Burkart, der das Sportmarketing und Sponsoring des Sportartikelherstellers Vaude übersah, zum letzten Mal am 08.08.2008 in Tettnang getroffen, um über eine geplante Kooperation im Rahmen meines Nachfolgeprojektes „Thorsten fehlt“ zu sprechen, das am 3. September 2008 vorgestellt wird.
Diesem Treffen ging ein langer und intensiver Briefwechsel voraus, denn Sponsoring ist in aller erster Linie eine Sache der Gemeinsamkeiten, gegenseitiger Sympathie und gegenseitigen Respekts. Das Durchleuchten von Projekt und Sportler findet nicht nur intensiv, sondern auf allen Ebenen statt. Vor allem auf der privaten Ebene. Freundschaft entsteht dabei nicht zufällig, sondern ist die unbedingte Grundlage der Zusammenarbeit, die nicht für ein paar Tage oder Wochen, sondern auf viele Jahre hinweg ausgelegt ist. Diese gemeinsamen Jahre wurden am Morgen des 24. August unter zwanzig Metern Eis begraben und das tut sehr weh.
Tobias war ein lustiger, quirliger aber studierter und klar strukturierter Kopf, der die Genauigkeit seiner Bergtouren nahtlos in sein Berufsleben übernahm. Seine Vorbereitung auf unser Gespräch war komplett. Er hat das zwar nicht raushängen lassen, aber es gab wenig, was er über mich nicht wusste. Gemeinsam haben wir Zahlen jongliert und Pläne geschmiedet. Es wurde fair um jeden Euro gekämpft. Und ich verlor die meisten Duelle. Lachend. Später fuhr er mich zum Bahnhof und, während er den silbernen Bus wendete, winkten wir uns freundlich zu. Es war ein letzter Gruß, wie sich zwei Wochen später heraus stellten würde.
Vaude hat einen faszinierenden, freundlichen Menschen verloren und wir Sportler einen Mentor und Fürsprecher, der im Alter von 28 Jahren neues, klarer konzipierteres Marketing vertrat. Eine zukunftsweisende Strategie. Eine Sportförderung, die nicht nur kurze Spitzenleistungen fördert, sondern auf Nachhaltigkeit und Sinn und Verträglichkeit wert legt.
Wir werden niemals wissen, was Tobi alles bewegt hätte. Aber wir wollen, bei allem Schmerz, nicht undankbar sein: Was Tobi uns dagelassen hat, das ist so gut, dass wir sehr gerne sehr viel mehr davon gehabt hätten.