Was geschieht mit Ihnen wenn es „eingeschlagen“ hat?

Wenn Ihnen Gewalt angetan wird, dann beginnt für Sie eine Reise in eine ganz andere Welt. Sie werden sich zuerst dagegen sträuben zuzulassen, dass Ihnen die Sache irgendwie geschadet hat. Sie treten nach der Tat beherrscht auf. Sie lachen. Scherzen. Sie zeigen Ihrem Umfeld, wie stark Sie sind. Und Ihr Umfeld ist beeindruckt.

Aber mit der Zeit stellen Sie fest, dass Sie nicht mehr richtig schlafen können. Immer weniger essen. Ihre Hände 30 mal am Tag waschen. Stundenlang an die Wand starren. Immer weniger das Haus verlassen. Keine Leistung mehr erbringen können. Vielleicht über Selbstmord nachdenken. Dann läuft plötzlich Blut aus der Wand. Sie wissen nicht mehr, was Sie gerade noch gemacht haben oder was Sie gestern am Telefon mit ihrem Gesprächspartner besprochen haben...

Was ist passiert? Ihre Seele beginnt auf das Verbrechen zu reagieren und die Tat fangt an, Sie zu verändern - egal für wie stark Sie sich halten oder wie stark Sie waren. Auch ob Sie vermögend, prominent oder geschäftsführend sind ist unerheblich. Ihnen wird der Boden unter den Füßen weggezogen. Sie fallen, immer schneller, ins Nichts...

Dann treffen Sie sich mit Ihrem Arzt und der wird Sie anschauen und, wenn er gut ist, wird er bei Ihnen ein Psychotrauma diagnostizieren. Ein Psychotrauma ist eine Reaktion auf Ereignisse, bei denen Sie in einem Zustand von extremer Angst und Hilflosigkeit die Eindrücke der auf Sie einwirkenden Gewalt nicht verarbeiten können. Ein traumatisierendes Ereignis kann zum Beispiel eine Gewalttat, ein Terroranschlag, eine Geiselnahme, eine Kriegshandlung o.ä. auslösen. 20% der Opfer solcher Situationen entwickeln posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS).

Drei Dinge sind Symptome der PTBS: 1.) Einbrüche von Trauma-Material in den Alltag (auch „Flashbacks“ oder „Intrusionen“ genannt). 2.) Absolute Vermeidung von Situationen oder Umgebungen, die mit dem erlittenen Psychotrauma in einer wenn auch noch so entfernten Beziehung stehen. 3.) Permanente Angespanntheit, die sich in Schlaflosigkeit, möglicher Gereiztheit und einem "dauerhaft hellwachen, alarmierten  Zustand" äußert - Ihr Körper befindet sich rund um die Uhr im Alarmzustand.

 

 

Tipps für betroffene Familien:

Eine besonders spezialisierte und erfahrene Klinik für traumatisierte Patienten finden Sie im Alexianer Krankenhaus in Krefeld. Das Team dieses an die Universität Köln angegliederten Lehrkrankenhauses ist seit langen Jahren auf die Behandlung von Gewalt- und Terroropfern gewöhnt. Zur stationären Behandlung genügt bei dieser Klinik eine Einweisung Ihres Hausarztes. Im Internet finden Sie diese Akutklinik >>> hier.

Eine besondes spezialisierte und erfahrene Rehabilitationsklinik, die von einer herausragenden Psychologin, der bekannten Ärztin Barbara-Rose Legeler, geleitet wird, finden Sie hingegen in der Klinik am Osterholz in Bad Oeynhausen. Im Internet finden Sie diese Rehabilitationsklinik >>> hier.

Der WEISSE RING hat Ihnen zum Thema eine Broschüre verfasst. Diesen Leitfaden können Sie sich >>> hier anschauen.

Nutzen Sie bitte als Opfer die Möglichkeiten, die Ihnen nach dem Gesetz über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten (OEG) zustehen! Die Mitarbeiter des WEISSEN RING klären Sie gerne über dieses wichtige Recht, auf dessen Grundlage Ihnen diverse Hilfeleistungen zustehen, auf.

 

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