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Du wirst Deine Ausrüstung tragen. Tipp: Wandere leicht und geniesse Deinen Weg.
Nicht mitnehmen: Die leichteste Ausrüstung ist die, die Du daheim lässt. Fangen wir mit dem an, das einen Rucksack schwer macht. Das ist vor allem Kleinzeug wie Taschenmesser oder, noch schlimmer, Fahrtenmesser. Ein leichtes, winziges Küchenmesser und ein Plastiklöffel ist alles, was ich dabei habe. Weinflaschen öffnen? Jede Bar und jeder Privathaushalt hat einen Korkenzieher. Warum soll ich einen tragen? Taschenlampen sind Gewichtsfresser. Es reicht eine LED-Leuchte (10 Gramm) für den Fall, dass der Strom ausfällt. Zelt? Schlafsack? Isomatte? Frage: Wo bist Du unterwegs? In Nordkanada oder Nordrhein-Westfalen? Es kann leicht passieren, dass Du Zelt-Schlafsack-Matte am Ende getragen aber nicht benutzt hast. Lasse übermässige Kleidung daheim! Ich wandere mit 2 leichten, langen Hosen, einem Hemd, einem Teeshirt, zwei Unterhosen, zwei Paar Socken anderthalb Jahre um Indien und bin immer vorzeigbar. Verzichte auf Bücher, Schreibblöcke und Gelbe Seiten. Papier wiegt viel! Und schliesse mit Dir selber einen Pakt: KEINE SOUVENIRS! Ich habe eine klare no-souvenir-policy. Das erleichtert auch meinen Gang über die Basare in Indien: die Verkäufer erkennen sofort, dass ich kein Kunde bin. So und nun zu dem, was Du mitnehmen solltest :-)
Rucksack: Beim Rucksack kannst Du 20 % Deines endgültigen Ausrüstungsgewichtes sparen! Es gibt Rucksäcke, die wiegen drei und mehr Kilogramm – leer. Schaue Dich besser nach einem Daypack mit gutem Tragesystem um. Daypacks sind zudem deutlich günstiger als ein großer Rucksack und mehr Ausrüstung brauchst Du für Wanderungen in bewohnten Gebieten nicht. Meine Tipps: Zu jedem Rucksack gibt es eine passende Regenhülle. Kaufen! Diese solltest Du immer über dem Rucksack tragen - zum Nässe- und Staubschutz. Wenn Du Deinen Rucksack als Gepäck einchecken willst, dann gehst Du am besten vorher kurz in den Baumarkt und besorgst Dir eine glasfaserverstärkte Mülltüte. In der lässt sich Dein Rucksack wunderbar und sicher transportieren. Eine solche Mülltüte kostet Bruchteile eines Seesacks und kann nach Ankunft im Reiseland abgeworfen oder als zusätzlicher Nässe- und Staubschutz im Rucksack selbst eingesetzt werden. Was ich benutze: Osprey Atmos 50 (1300 Gramm), Osprey Regenhülle
Schuhe: Ich arbeite seit Jahren exklusiv mit LOWA zusammen. LOWA ist Marktführer Europas im Wanderschuhsegment. Für meine Füße gibt es kein besseres Schuhwerk - sonst würde ich es benutzen. LOWA fertigt Damenschuhe auf eigenen Leisten, denn Damenfüße sind keine kleinen Männerfüße sondern haben eine ganz eigene Anatomie. Meine Tipps: Die Schuhpflege ist das Nonplusultra auf der Reise und bestimmt die Lebensdauer Deiner Schuhe. Halte das Leder weich und wasserabweisend und sauber. Hierzu kannst Du entweder auf Nikwax oder normale Schuhcreme zurückgreifen, aber bitte nicht zwischen den beiden hin- und herwechseln, da die Bestandteile nicht kompatibel sind sondern schlimmstenfalls das Leder schädigen. Feuchtigkeit greift das Leder an und macht es hart. Es wird irgendwann brechen und Dein Schuh gibt sein Leben einige hundert Kilometer früher auf. Die Sohlen Deiner LOWA Stiefel halten ca. 4000 Wanderkilometer. Was ich benutze: Je nach Route setze ich für alpines Gelände den LOWA Baffin ein. Für anspruchsvolles Terrain bzw. Winterwetter kommt bei mir der LOWA Tibet GTX zum Einsatz. Und der LOWA Renegade GTX ist meine Wahl für leichte, lange Wanderwege.
Hose: Eine leichte, knitterarme, lange Hose - ohne aufgesetzte Oberschenkel-Taschen. Die Oberschenkel sind Deine großen, durchbluteten Muskeln die Dich vorantreiben. Diese Muskeln heizen während des Wanderns richtig auf. Du möchtest keine aufgesetzten Täschchen auf den Oberschenkeln hin und her scheuern haben, die zusätzlich auch noch Wärme und Schweiß in der Hose halten. Taschen auf dem Oberschenkel sind unbrauchbarer Modeschnickschnack und während Deiner Wanderung werden sie leer bleiben, da sie vollgefüllt während des Wanderns unangenehm gegen Deinen Oberschenkel schlagen. Meine Tipps: Halte nach leichten Hosen mit einem Stretch-Baumwoll-Mix Ausschau. Vermeide Hosen aus 100 % Nylon – ein Lagerfeuer später hast Du viele Löcher in Deiner Hose. Keine Oberschenkeltaschen. Nur dunkle Farben wählen (Dunkelgrau, Dunkelblau, Dunkelbraun, Schwarz), da Du während der Wanderung auf Handwäsche angewiesen bist. Helle Farben (Beige, Khaki, usw.) sehen nach wenigen Wandertagen grundsätzlich schmuddelig aus. Was ich benutze: Derzeit benutze ich eine schwarze Strech-Jeans von VJC (Versace Jeans Couture). Stretch ist normalerweise nur in Mountaineering-Bekleidung zu bekommen ("Schoeller Stretch"), hat dann allerdings ein Innenfutter, Taschen auf den Oberschenkeln und Befestigungsmöglichkeiten für Bergsteigerausrüstung. Eine ganz normale Stretchhose in Jeansform stellen nur High-End-Modelabel her (Calvin Klein, Versace, etc.). Diese Hosen sind immer von Hand waschbar ohne Flecken zu zeigen, sind extrem bequem (Stretch halt) und trocknen superschnell. Nachteil ist natürlich der Preis...
Unterhose: Eine Unterhose mit Beinansatz. Der Beinansatz verhindert effektiv und komplett dass Du Dir einen Wolf läufst. Auch wenn die Unterhose durch Regen oder Schweiss feucht wird. Auch hier dringend eine dunkle Farbe wählen (Schwarz, Dunkelblau), da Du auf der Wanderung deine Wäsche im Handwaschbecken wäschst.
Eine längere Boxershorts ohne Eingriff. Diese Unterhose doubelt als Schwimmbekleidung, kann aber auch getragen werden, während die Unterhose mit Beinansatz nach dem Waschen trocknet.
Socken:
Zwei Paar FALKE Wandersocken. Es gibt nichts Vergleichbares auf dem Outdoormarkt.
Meine Tipps: Wenn Deine Füße feucht zu werden beginnen kannst Du auch die Socke während des Wanderns wechseln. Feuchte Haut bildet Blasen. Trockene Füsse bilden wesentlich weniger Blasen. Druckstellen (Ferse, einzelne Zehen, Ballen, etc.) frühzeitig mit zwei Lagen Sport-Tape abkleben – und zwar bevor die Druckstelle entsteht. Nach ein bis zwei Wochen kannst Du dann tapefrei wandern und hast keine Probleme gehabt. Keine Seife an den Füßen verwenden. Deine Füße haben ein eigenes Bioklima. Die Seife, die beim Duschen über die Füße läuft reicht um zu reinigen. Zehennägel unbedingt kurz halten. Ich habe bislang noch nie Sixtuwohl oder sonstige Präparate benutzt. Mit Compeed Blasenpflaster allerdings habe ich sehr schlechte Erfahrungen gemacht: Das Pflaster hängt sich tief in Deinen Poren fest. Falls sich Deine Blase unter dem Compeedpflaster entzündet bleibt Dein Fleisch an diesen verflixten Dingern kleben. Das war der Horror!
Was ich benutze: FALKE Walkie Socke.
Digitalkamera: Was ich benutze: Die von mir benutzte semiprofessionelle Canon EOS 5D mit einem Canon 24-105 4.0 L IS ist im Februar 2008 defekt aus meiner Ausrüstung geflogen. Seither benutze ich die Nikon Coolpix P5100, die mit 12.1 Mio Pixeln gute und verwertbare Bilder macht - bei einem Preis der nicht wie bei der EOS 5D 3000 Euro sondern nur 300 Euro beträgt. Meine Tipps: Kaufe Dir eine kleine Kameratasche von Lowepro. Diese Tasche befestigst Du am Hüftgurt. So bist Du zu jeder Zeit perfekt auf jede Fotomöglichkeit vorbereitet. Anstatt eines Memorysticks mit 2GB kaufst Du besser zwei Memorysticks mit jeweils 1GB Speicherkapazität. Achtung: Ich empfehle Dir, (SD) Memorysticks nur von SanDisk zu kaufen. Ich habe bereits viele Reisende getroffen, deren billigere Memorysticks nach einigen Monaten die darauf gespeicherten Bilder nicht mehr erkannten. Das war immer ein grosses Drama! Kaufe Dir in Deutschland ein kleines Paket Alles Klar Brillenputztücher. Das ist die beste Art, auf der Reise Dein Objektiv zu reinigen.
Computer, Bildübertragung, Internet: Mittlerweile kannst Du Deine Reise sogar live und online Deiner Familie und Freunden von unterwegs präsentieren. Der einschläfernde Diavortrag am Ende des Weges entfällt. Dein Umfeld hat Spaß am “Mitabenteuern”. Was für Computer gibt es? Es gibt zwar Ultraleichtnotebooks. Diese sind aber teuer und, nachdem Du Deine Wanderung beendet hast, im Alltag nicht sonderlich einsatzfreundlich (winziger Bildschirm, kleine Tastatur, langsamer Prozessor). Ich rate Dir, nachdem ich alles probiert habe, ein Notebook mit > 13" Bildschirm zu wählen. Das ist dann auch nach Deiner Wanderung wunderbar einsetzbar. USB Memory Stick? Zur Bildübertragung zwischen Deinem Notebook und einem PC im Internetcafe solltest Du einen sogenannten USB Memory Stick dabei haben. Auf diesen lädst Du die Daten (Bilder, Berichte, Videos) die Du online setzen möchtest und überspielst sie auf den PC im Internetcafe. Ich benutze hier eine SD-Karten-USB-Stick-Hybrid (besonders interessant für alle die, die eine Kamera mit SD Speichermedium benutzen!) von SanDisk. Internetzugang unterwegs? Es werden überall die Mobilen Internetzugänge per UMTS PCMCIA Karte beworben – die Flatrate zu 50 Euro im Monat… VERGISS ES! Diese Karten sind eine aussterbende Seuche. Du bindest Dich zwei Jahre per Vertrag an eine Firma und die 2-Jahres-Gesamtrechnung liegt immer bei weit über 1000 Euro! In jedem größeren Ort auf unserer Welt (auch in Indien!) gibt es mittlerweile sogenannte WLAN Hotspots, wo Du z.T. sogar umsonst, ansonsten für ein paar Euro die Stunde, online gehen kannst. Mit 8500 Hotspots unterhält T-Online in Deutschland das größte WLAN Hotspot Netz. Die Onlinezeit kannst Du per Kreditkarte online kaufen. Ich setzte mich manchmal auch in ein gutes Hotel, trinke einen Kaffee und nutze deren WLAN Netz. Sorge dafür, daß Dein Subnotebook einen WLAN Adapter hat (das ist mittlerweile eigentlich Serienausstattung), nutze Hotspots vor Ort und vergiß die UMTS-Karten-Geschichte, denn sobald Du Deine Wanderung beendet hast, liegt die Karte zuhause rum und frisst erhebliches Geld. Was ich benutze: Ich benutze ein 15" MacBook Pro (2.6Ghz, 4GB, 200GB) von Apple. Logisch, von wem auch sonst. :-)
Uverzichtbares Kleinzeug: Messer. Ein altes, archaisches Relikt. Mann braucht Messer! Wir sind Jäger! (Und ich als Erzvegetarier immer auf der Jagd nach dem nächsten Apfel). Ich benutze ein Messer aus der Forge de Laguiole. Schlicht, funktional, leicht und hochwertig. Taschenlampe Ich habe eine Inova X5T für den Fall dabei, dass der Strom ausfällt oder ich über den Sonnenuntergang hinaus gehe. Uhr: Ich habe eine Bell & Ross BR 01-94 Instrument im Einsatz. Diese schweizer Uhr ist nahezu unzerstörbar, wird von Kommandos und Expeditionsgängern eingesetzt, arbeitet in jedem Klima (Wüste, Arktis, Tropen) ist absolut zuverlässig und leider meist vergriffen. Ein kleines BURG Sicherheitsvorhängeschloss (viele Türen sind im Ausland mit Riegel und Vorhängeschloss gesichert - Du weisst nie, wer noch einen Schlüssel hat. Ohrenstopfen - der Lärm Südasiens ist unbeschreiblich. Schuhputzbürsten - Schuhcreme gibt es, aber keine Qualitätsbürsten. Für Länder mit wenig Sicherheit eine billige Plastikarmbanduhr mit Weckfunktion - die aber wirklich billig aussieht. Mastercard - Visa ist nicht weit verbreitet. Konto bei der Deutschen Bank - Du kannst bei der Deutschen Bank auch im Ausland Geld gebührenfrei abheben (in den USA zudem bei der "Bank of America", in Australien bei der "Westpac" und in einigen anderen Ländern mit anderen Bankpartnern vor Ort). Anstatt eines Schlafsackes tut ein leichter, dunkler Baumwollbettbezug und ein passender Kissenbezug gute Dienste: In vielen Ländern werden Betten nicht jeden tag bezogen und eigenes Bettzeug ist dann eine echte Wohltat. Falls Du ein Warmduscher bist nehme einen Reisetauchsieder mit. Damit hast Du 24 Stunden Warmwasser.
Schlafsack / Isomatte:
Meine Tipps: Bei Schlafsack und Isomatte kannst Du enorm an Gewicht einsparen. Ob der Schlafsack nun ein Pfund oder zwei Kilo wiegt macht viel aus. Schaue Dir besonders den Einsatzbereich des Schlafsackes an. Wann und wie oft übernachtest Du bei tiefsten Minustemperaturen im Freien? Für ein paar Euro mehr kannst Du das Gewicht von Schlafsack und Isomatte auf ca. ein Kilogramm (beide zusammen) begrenzen!
Was ich benutze: Mein Schlafsack ist der Yeti VIB Pound 250 Comfort, meine Isomatte eine Therm-A-Rest ProLite 4 Regular. |
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